Artotheken:    
  Berlin: Artotheksbilder auf den Barrikaden  
  Unter dem Titel �unst und Öffentlichkeit�feiert der Neue Berliner Kunstverein feiert sein 40-jähriges Jubiläum mit einer bemerkenswerten Ausstellung.
Der Titel rückt programmatisch eine seit seiner Gründung grundlegende Fragestellung in den Mittelpunkt des Interesses. In den politisch äußerst wachen 1960er Jahren kam es neben zahlreichen auf Öffentlichkeit gerichteten künstlerischen Impulsen auch zu bis heute aktiven Institutionen. Der NBK ist eine davon, und die Ausstellung zeigt anhand zahlreicher Dokumentationen eine Spur dieses Engagements bis heute auf und kombiniert das mit aktuellen künstlerischen Projekten, die das gesamte Jahr über das Ausstellungsprogramm bestimmen.
Eine besondere Rolle nehmen in der aktuellen Ausstellung Arbeiten aus der Artothek ein. Auf einer an Barrikaden erinnernden Ausstellungsarchitektur sind klangvolle Namen aufgeboten, die Öffentlichkeit auf unterschiedliche Weise thematisieren. So bringt Richard Hamiltons legendärer Siebdruck �wingeing London�die unnachgiebige Härte journalistischer Blitzlichter bei der Verhaftung von Mick Jagger und Manager ins Bild, während Gerd Arntz grundlegende Gesellschaftsverhältnisse in geometrisch organisierte Linoldrucke der 1920er Jahre brachte oder Gerhard Richters oder Andy Warhols Maobilder eine politische Ikone beschwor. Dass solche deutlich politischen Bilder seit fast vier Jahrzehnten in ständigem Austausch durch Berliner Räume gehen, ist eine bemerkenswerte, aber unterschwellige Feststellung der Ausstellung. So verwundert es auch nicht, wenn Studierende der Berliner Universität der Künste sich auf den Weg zu Entleihern gemacht haben, um mehr zu erfahren über den Weg der Bilder durch die Köpfe, und ihre Interviews und dokumentierenden Fotos eine weitere Lesart von Kunst und Öffentlichkeit schaffen.

 
  Link: www.nbk.org  
 
Johannes Stahl, 20.04.2009